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Rauchmelder

Rauchmelder werden in immer mehr Bundesländern Pflicht

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Nur 4 Minuten entscheiden bei einem Brand über Leben und Tod. Mehr als 500 Menschen jährlich haben diese Zeit nicht, denn bei den meisten haben sich ihre Lungen im Schlaf mit tödlichem Rauch gefüllt. In 12 Bundesländern sind Rauchmelder daher jetzt Pflicht, und die anderen ziehen bald nach, um dem Sterben durch Rauchvergiftung Einhalt zu gebieten.

Rauchmelderpflicht war längst überfällig
Bereits seit dem Jahr 2000 macht die bundesweite Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben“ auf die Dringlichkeit einer Rauchmelderpflicht vor allem in Wohnräumen und in Büros aufmerksam. Seit April 2013 sind diese lebensrettenden Geräte in 12 Bundesländern Pflicht bei Neu- und Umbauten, dies sind Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Für bestehenden Wohnraum gelten hinsichtlich der Nachrüstungspflicht verschiedene Übergangsfristen, von denen am 31.12.2017 in Bayern die letzte ausläuft. Baden-Württemberg, Brandenburg und Berlin werden in Kürze nachziehen. Bleibt nur noch Sachsen übrig, wo die Landesregierung es den Eigentümern überlassen möchte, ob sie Rauchmelder einbauen oder nicht. Angesichts der unumstößlichen Feuerwehrstatistiken und weiterer Aufzeichnungen ist es nur schwer verständlich, warum es bis zum Jahr 2013 dauern musste, bis die Rauchmelderpflicht im ansonsten so sicherheitsdenkenden Deutschland greift. Hunderte von Menschen kommen jährlich bei Bränden ums Leben. 95 % von ihnen sterben nicht in den Flammen, sondern atmen hochgiftigen Rauch im Schlaf ein. Sie haben keine Chance, die tödliche Gefahr zu bemerken, denn während des Schlafens ruht auch der Geruchssinn. Zahlreiche von ihnen könnten sich retten, würde der laute Warnton eines Rauchmelders sie wecken, der in der Regel bereits 2 Minuten nach Ausbruch eines Brandes losschlägt. Da im Durchschnitt 4 Minuten für eine Flucht vor dem Feuer zur Verfügung stehen, reichen die verbleibenden 2 Minuten, sich selbst und seine Familie ins rettende Freie zu schaffen.

Mindestschutz lässt Sie wieder ruhig schlafen
Nicht zuletzt beim Rauchmelder gilt das Motto ‚Erkannte Gefahr ist gebannte Gefahr‘. Wem das Sicherheitsproblem durch fehlende Rauchmelder bewusst geworden ist, sollte auf jeden Fall für einen Mindestschutz im Haus sorgen, der schrittweise ausgebaut wird. Beginnen Sie mit der Installation der Geräte in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie in den Fluren, die als Rettungsweg geeignet sind. Es sollte sich pro Etage aber mindestens 1 Rauchmelder an einer zentralen Stelle befinden. Dabei dürfen Sie Keller und Dachboden nicht außer Acht lassen. Bedenken Sie auch, dass ein Rauchmelder höchstens eine Fläche von 60 qm abdeckt. Darüber hinaus ist der Einbau eines weiteren Gerätes erforderlich. Im Idealfall sollte dann jeder Raum Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses über einen Rauchmelder verfügen, wobei es für Küche und Bad, in denen verstärkt Rauch und Wasserdampf entstehen, spezielle Wärmemelder gibt.

Einfache Installation ohne Fachkenntnisse möglich
Was im Rahmen von Neu- und Umbauten die Handwerker gleich mit erledigen, können Sie bei einer Nachrüstung mit Rauchmeldern ganz einfach selbst übernehmen. 9V-Rauchmelder sind für diesen Bedarf bestens geeignet. Es müssen keine Kabel verlegt werden, die mitgelieferten Schrauben und Dübel reichen völlig für die Befestigung an der Decke. Rauchmelder sind handlich, denn sie sind kaum größer als eine Kaffeetasse und fallen später auch kaum ins Auge. Ihre Funktionsweise basiert auf dem optischen Prinzip. Das Gerät sendet Lichtstrahlen aus, die an einer Fotolinse vorbeigehen. Tritt Rauch in die Messkammer ein, lenken dessen Partikel das Licht direkt auf die Fotolinse. Diese ‚sieht‘ den Rauch und schlägt Alarm. Leichter Rauch, z. B. von Zigaretten wird ignoriert; kalter Rauch dagegen, der sich in einem sehr frühen Stadium des Brandes bildet, auch Schwelbrand genannt, löst einen schrillen Alarmton aus, der Ihnen und Ihrer Familie das Leben retten kann. Kostenpunkt: ab 5 Euro.

Autor: Sotirios Marinis

Hallo. Hier schreibt Sotirios Marinis. Seit rund 15 Jahren bin ich in der Baubranche tätig. Aufgrund dieser langen Zeit konnte ich mir viele fachliche Kenntnisse erwerben, das ich gerne hier mit Euch teilen möchte…

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