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Ratgeber Bauen und Sanieren

Aktuelles zum Thema Näherungsschalter

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Bild von Lucasbosch (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Momentan sorgt das Oktoberfest in München so wie jedes Jahr für Aufsehen. Das Spektakel, das als größtes Volksfest der Welt bekannt ist, zieht Menschen aus aller Welt in die bayrische Landeshauptstadt und die Fans der „Wiesn“, wie Nicht-Touristen das Oktoberfest nennen, lieben nicht nur das gute Bier, das in Maßkrügen serviert wird und in Strömen fließt, sondern auch die bunte Beleuchtung und die zahlreichen Fahrgeschäfte, die das Oktoberfest zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lassen. Tatsächlich wäre aber die hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit der Achterbahnen und wirbelnden Kugeln, in denen sich kreischend die Menschen festklammern, überhaupt nicht möglich, wenn es nicht bestimmte Sensoren gäbe, die das Ganze steuern und ermöglichen.

Hierzu gehört unter anderem der Näherungsschalter. Er funktioniert mit Sensoren, die auf Annäherung, also ohne direkten Kontakt, berührungsfrei reagieren. Bei technischen Prozessen zur Positionserkennung von Werkstücken und Werkzeugen werden Näherungsschalter in verschiedenen Ausfertigungen verwendet. Auch als Auslöser von Sicherheitsmaßnahmen können sie gebraucht werden. Und so sorgen sie unter anderem dafür, dass die Karussells und Wildwasserbahnen, Riesenräder und Freifalltürme auf dem Oktoberfest nach Plan und reibungslos funktionieren und der Ablauf durch nichts unterbrochen wird, was die Menschen, die sich in den Fahrgeschäften befinden, gefährden könnte. So wird zum Beispiel bei der großen Wildwasseranlage, die pro Stunde eine Million Liter Wasser durch ihre Straßen fließen lässt, ein Näherungsschalter für die Steuerungsanlage verwendet, damit alles in der Bahn bleibt.
Näherungsschalter lassen sich grob in ein paar Kategorien unterteilen. Da wären zum einen die induktiven Näherungsschalter, die sowohl bei ferromagnetischen als auch bei nichtmagnetischen aber metallischen Gegenständen auf das Auftreten eines Wirbelstromes reagieren. Kapazitive Näherungsschalter hingegen reagieren auch auf nicht leitende Werkstoffe, während magnetische auf Magnetfelder und optische auf Lichtreflexion reagieren. Zu den Näherungsschaltern gehören aber unter anderem auch Lichtschranken, die zum Beispiel Türen von Aufzügen überwachen (Mehr Informationen über Lichtschranken gibt es hier zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtschranke ). Die Lichtschranke wertet die Unterbrechung des Lichtstrahls aus, was bedeutet, dass die Türen des Aufzugs erst dann wieder schließen, wenn der Lichtstrahl nicht mehr unterbrochen wird, wenn sich also niemand mehr direkt an der Tür oder in der Tür befindet.

Diesbezüglich sorgte vor einigen Jahren ein Fall im Emsland für Furore, wo eine Glaserei kurzerhand die Lichtschranke an einer Maschine zur Glasbearbeitung ausbaute. Diese Lichtschranke sorgte dafür, dass die Mitarbeiter nicht in die laufende Maschine geraten, da diese gestoppt wurde, wenn die Lichtschranke ausgelöst wurde. Genau dies war der Leitung der Glaserei aber offenbar ein Dorn im Auge, weil ihrer Meinung nach die Maschine zu oft aussetzte. Kurzerhand wurde die Lichtschranke ausgebaut, um einen höheren Gewinn zu erzielen. Doch die Freude über den Ertrag währte nicht lange, denn ein paar Jahre später wurde in der Maschine ein 19-jähriger Auszubildender zerquetscht und getötet, der offenbar nicht erfasst hatte, dass die ungesicherte Maschine lief. Wäre die Lichtschranke ordnungsgemäß eingebaut geblieben, dann hätte das nicht passieren können. Wie man sieht, sind Näherungsschalter gerade für Sicherheitsmaßnahmen von enormer Bedeutung und können im Ernstfall sogar Leben retten, egal ob in einem Betrieb oder auf einem Volksfest.

Autor: Sotirios Marinis

Hallo. Hier schreibt Sotirios Marinis. Seit rund 15 Jahren bin ich in der Baubranche tätig. Aufgrund dieser langen Zeit konnte ich mir viele fachliche Kenntnisse erwerben, das ich gerne hier mit Euch teilen möchte…

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