Bau-Fachwissen

Ratgeber Bauen und Sanieren

Verschiedene Stile, gleicher Zweck

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Als Wintergärten werden überwiegend aus Glasflächen bestehende Anbauten an Wohnhäusern oder solche separat im Garten errichteten Bauten bezeichnet. Die Anbauten können sich mit Flachdach oder Walmdach an das Gebäude anlehnen. Freistehende Varianten werden oft als runder oder vieleckiger Pavillon ausgeführt. Auch einfache Rechtecksbauten sind freistehend möglich. Gern werden freistehende Wintergärten mit anderen Gestaltungselementen wie einem Swimmingpool oder einem liebevoll gestalteten Stein- oder Sukkulentengarten verbunden. Üblicher ist der Anbau.

Witterungsschutz und Atmosphäre
Wintergärten dienen dem vor der Witterung geschützen Aufenthalt von Personen außerhalb des Wohngebäudes. In unseren Breiten sollen sie zudem oft auch die Überwinterung von frostempfindlichen Pflanzen ermöglichen. Wintergärten haben sich in jüngster Zeit zu einem der beliebtesten Elemente der Wohnkultur entwickelt. Tageslicht und Sonnenwärme schaffen hier eine ganz besondere Atmosphäre. Wintergärten werden deshalb als zusätzlicher Wohnraum geschaffen und genutzt. Dementsprechend gibt es mittlerweile viele Bauten, die mit einer eigenen Vollbeheizung ausgestattet sind, oder von der Heizanlage des Wohnhauses mit versorgt werden. Moderne Wintergärten werden mittlerweile auch mit automatisch arbeitenden Beschattungen ausgestattet. Selbsttätig auf und ab fahrende seitliche Rollos oder Dachabdeckungen werden durch Wind- und Sonnensensoren gesteuert.

Zierelemente statt Strenge
Ein zusätzlicher Aufenthaltsraum quasi im Freien und doch geschützt war auch die ursprüngliche Intention der Wintergärten, wie wir sie heute kennen. Entstanden sind sie im England des 18. Jahrhunderts. Zu Regierungszeiten der englischen Königin Viktoria (1837 – 1901) setzte sich überall im Land ein Baustil durch, der von üppigen Verzierungen und dekorativen Elementen dominiert wurde. Verzierte Säulen und üppige Bögen bildeten die tragenden Elemente. Diese Bauweise grenzte sich damit ab von dem zuvor üblichen Klassizismus mit seinen strengen Formen und erfasste bald auch den Bau der Wintergärten. Gebaut wurde vor allem aus Gusseisen und Glas. Dieser Stil mit seinen Ornamenten, Zierprofilen, Motivverglasungen und ähnlichen Schmuckelementen wird deshalb noch heute als Viktorianischer Stil oder Englischer Stil bezeichnet.

Dämmung verbessert Energiebilanz
Mittlerweile haben sich die verschiedensten Baustile nebeneinander etabliert. Minimalistische, schlichte Bauten aus Stahl und Glas finden sich neben hölzernen Fachwerkkonstruktionen. Auch regionale Gestaltungselemente haben Einzug in den Bau von Wintergärten gehalten. So gibt es typisch bayerische Hüttenkonstruktionen und auch mediterran inspirierte Anbauten. Allen gemeinsam ist heute, dass großer Wert auf eine möglichst gute Energiebilanz gelegt wird. Hochdämmende Glaselemente werden mit effektiven Firstentlüftungen kombiniert, um Sonnenenergie effektiv für die Temperierung des Wintergartens zu nutzen. Als Wohnbauten genutzte Wintergärten müssen wie diese die allgemeinen Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllen, wenn sie räumlich mit der Wohnfläche direkt verbunden sind.

Stilbruch besser vermeiden
Die bauliche Gestaltung sollte konsequenter Weise ihre Entsprechung in der Einrichtung des Wintergartens finden. Wer sich für die romantische, dekorative Bauweise entscheidet, wählt deshalb am besten entsprechende Möbel und Accessoires mit dekorativen Elementen und Verzierungen. Der gusseiserne Gartentisch im Art deco findet hier seinen angemessenen Platz ebenso, wie der weit ausladende Korbsessel, oder die strassbesetzte Blumenvase. Der stringent im Stil des Kubismus errichtete Glaspavillon wird eingerichtet mit knapp gezeichneten Sitzmöbeln im Bauhausstil beispielsweise, oder mit Mobiliar von skandinavischer Kühle. Auch der gewollte Stilbruch hat seinen Reiz. Doch wer sich für diese Variante der Inneneinrichtung entscheidet, sollte sicher in der Auswahl der Elemente sein.

Autor: Sotirios Marinis

Hallo. Hier schreibt Sotirios Marinis. Seit rund 15 Jahren bin ich in der Baubranche tätig. Aufgrund dieser langen Zeit konnte ich mir viele fachliche Kenntnisse erwerben, das ich gerne hier mit Euch teilen möchte…

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